Die vereinigten deutschen Kulturterroristen haben (mal wieder) zugeschlagen

Ach ne, die heißen ja gar nicht Vereinigte deutsche Kulturterroristen, sondern GEMA (Gesellschaft für musikalische Auffäuhrungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) und sind die Wahrer von Recht und Ordnung in der anarchistisch strukturierten Musikszene. Diesmal ist eine Installation in München wie Telepolis und crackerjack (Nerdcore) berichten betroffen, auf der Besucher auf von Kindern bemahlten Klavieren spielen dürfen was sie gerne möchten. Klingt doch eigentlich ganz nett, ok, es klingt für alle nett, die nicht die GEMA sind. Diese nämlich hat ein Schreiben an Andreas Wagner (Veranstallter) zugestellt, in welchem er aufgefordert wurde eine Pauschale pro Klavier und Tag der Installation zu entrichten. Die Kosten würden sich damit auf ungefähr 5000 Euro belaufen – Gelder, die nicht einkalkuliert waren für dieses Projekt und damit ein Aus bedeutet hätten. Wagner hatte in einem Schreiben an die GEMA, die Gesellschaft in Kenntnis gesetzt und hatte gehofft Mittlerweile hätte sich die GEMA bereit erklärt auf ungefähr die Hälfte der veranschlagten Summe aus Kulanz zu verzichten, denn die Sachlage wäre für die GEMA klar: Es könnte (theoretisch, hypothetisch) passieren, dass Werke von GEMA-Mitgliedern gespielt werden könnten, die hiermit natürlich Ansprüche auf Vergütung besäßen.

Ganz nüchtern betrachtet stellt sich hier natürlich einmal wieder die Frage in wie weit solche Ansprüche der GEMA gerechtfertigt sind, denn auch hier kann man wieder einmal erkennen, dass grundsätzlich die Beweispflicht beim Veranstallter liegt aufzuzeigen, das GEMA lizenzfreie Stücke performt wurden, ansonsten hätte die GEMA das Recht Zahlungen einzufordern. Sollten wir uns hier aber nicht fragen, ob eine solche Situation nicht auch unter einem sozio-kulturellen Standpunkt aus betrachtet werden sollte? Sollten wir uns nicht einmal überlegen, dass mit solchen Installation wunderbare Situationen und Erinnerungen im zwischenmenschlichen Bereich gebaut werden? Natürlich sollte jeder Künstler auch angemessen für seine Arbeiten entlohnt werden, aber ist dies eine legitime Art?

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Veröffentlicht in Kunst und Kutltur, Politik

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