Objektifizierung der weiblichen Brust in Gesellschaftsspielen

Sunflowers

„Sunflowers“ by Rich Brooks, licensed under CC BY 2.0

Gesellschaftsspiele genießen in unserer Gesellschaft einen gewissen Grad an Seriösität und werden gemeinhin als ein adäquates Mittel zum Zeitvertreib in kleiner Gesellschaft angesehen, – gerne darf hier ein Gesellschaftsspiel auch etwas ausgefallener sein. Bei vielen Kindern ist in den frühen Lebensjahren das Memory ein heiß und innig geliebtes Spiel, das man zu Note auch mal alleine Spielen kann und auch Erwachsen wenden sich diesem Spiel ab und an einmal gerne zu. Hier dann allerdings meist mit mehr Pärchen und teilweise auch ähnlichen Pärchen.

Durch einen anderen Blogartikel wurde ich jüngst auf ein etwas anderes Memory aufmerksam gemacht, nämlich das „Ma’Amo – Das Titten-Memo“ (amazon.de Link). Über den Namen lässt sich mit absoluter Sicherheit streiten und natürlich geht es in diesem Memory-Spiel um genau das eine: weibliche Rundungen, in diesem Fall landläufig als Brüste bezeichnet.
Die Frage stellt sich nun  sicherlich ob Mensch denn ein solches Spiel benötigt. Gar, ist es vertretbar ein solches Spiel auf den Markt zu bringen? Die Macher hinter dem Spiel versuchen, Ihr Spiel (bewusst) nicht in die Ecke der „Schmuddel-Spiele“ zu schieben, in dem sie 1 €  pro verkauften Spiel an die Deutsche Brustkrebshilfe e.V. spenden. Sicherlich löblich dieser Akt der Spende. Aber seien wir doch einmal ehrlich: ist es wirklich nötig Frauen auf Ihre Brüste zu reduzieren? Warum ein Memo-Spiel mit 48 Fotos mit Brüsten? Warum dieses Spiel auch noch bewerben mit Slogans, wie „MA’AMO – DAS TITTEN-MEMO ist nicht nur das perfekte Partyspiel unter Männer […]“? Ist es nicht so, dass hier „die Frau“ eher objektifiziert und auf Brüste reduziert wird? Muss denn da dann auch noch eine „Macho-Werbeslogan“ mit in die Produktbeschreibung mit rein?

Natürlich hat eine weibliche Brust immer ihre gewisse Ästhetik – so wie einfach jede Frau ihre Ästhetik besitzt. Es ist traurig, wenn Spieledesigner es nicht einmal schaffen, Frauen als Gesamtheit zu verbildlichen. Von der Idee her ist es gut, auch mit solch einem Spiel auf die Problematik des Brustkrebses aufmerksam zu machen, ob da allerdings ein Name wie „Das Titten-Memo“ hier so sinnvoll ist? Vielleicht sollte Mensch (oder sollte ich lieber Mann sagen?) einmal mehr darüber nachdenken, wie das andere Geschlecht betrachtet wird.

(Graphic „Sunflowers“ by Rich Brooks, licensed under CC BY 2.0)
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Veröffentlicht in Kunst und Kutltur
2 comments on “Objektifizierung der weiblichen Brust in Gesellschaftsspielen
  1. Flup sagt:

    Ich weiß nicht.. sicher, ein Memory mit der kompletten nackten Frau drauf wäre besser, da hast Du schon recht. Würde sogar bei der Zielgruppe besser ankommen, glaube ich. Aber dafür sinkt auch der Schwierigkeitsgrad des Spiels enorm. Und der ist doch das eigentlich wichtige bei einem Spiel! Wieauchimmer:

    Einen Menschen zu objektifizieren, da kann ich mir etwas drunter vorstellen: Man nimmt sich ein denkendes Wesen und reduziert es auf einen bestimmten Nutzen, den man aus ihm ziehen kann. Wie ein Werkzeug halt. Was die Objektifizierung einer Brust sein soll müsstest Du hingegen mal erklären?!

    • g4s3 sagt:

      Hallo Flup,

      erstmal Dankeschön für deinen Kommentar – Feedback ist hier immer gerne gesehen. Der Begriff der Objektifizierung trifft es hier sicherlich nicht ganz, jedenfalls nicht, was ich aus zu drücken beabsichtigte. Ob ganze Frauen bei der präferierten Zielgruppe besser ankommen würden ist meines Erachtens erst einmal eher Zweitrangig, denn das ist sicherlich dem Hersteller schnurzpieps egal (denn dieser wollte ja gerne ein Memo-Spiel mit weiblichen Brüsten produzieren), als auch mir, denn mir ist es absolut egal, was bei der Zielgruppe besser ankommt. Mein Kritikpunkt hier ist auch eigentlich nicht die Produktion eines frivolen Memo-Spiels. Schließlich ist das ja auch ein Spiel von und für erwachsene (volljährig) Menschen und sicherlich können wir alle in einer Art und Weise mit dem Thema Sexualität umgehen, wie sie uns zusagt. Es wäre schlimm, wenn wir Sexualität, wie auch immer geartet, als Teil unserer Sexualität tabuisieren würden.

      Da wir davon ausgehen können, dass sämtliche Modells einverstanden waren bei der Aufnahme der Fotos ist auch hiermit kein Problem zu finden. Was mich bei diesem Produkt stört ist tatsächlich sowohl Namensgebung als auch die Reduktion von Frauen auf ihr Dekolleté, während man nebenher für den guten Zweck werben möchte. In meinen Augen ist dies einfach keine Relativierung um ein Spiel seriös erscheinen zu lassen.
      Eine Objektifizierung im klassichen Sinne wäre sicherlich zum Beispiel Handballen-Ablegekissen in Form eines Dekolletés oder eines Antistressknetballes. Die Objetifizerung ist hier eher im übertragenen Sinne als im tatsächlichen zu verstenen

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