Immer Ärger mit Vampiren (Argeneau, #4)

So, jetzt habe ich auch mal einen Band aus dem Argeneau-Zyklus von Lynsay Sands gelesen. Gut, es war nicht der erste Band aus der Reihe – warum predige ich eigentlich immer, dass Mensch bitte mit dem ersten Band einer Serie beginnen möge, wenn ich mich selbst nicht daran halte – ich konnte allerdings ganz gut dem Inhalt folgen. Vielleicht ist es ja an dem Umstand zu verdanken, dass die wirklich wichtigen Eckpunkte innerhalb des Argeneneau-Universums lang und breit erklärt werden. – Ob dies ein Manko ist, mag sicherlich jede Leserin oder jeder Leser selbst entscheiden, mir hatte es auf jeden Fall für einige Verwirrung gesorgt, da es mir doch ein wenig sehr ausführlich für den vierten Band einer Reihe vorkam. In meinem speziellen Fall, war dies allerdings sicherlich äußerst hilfreich, da wie gesagt „Immer Ärger mit Vampiren“ der erste Band war, welchen ich gelesen habe. Nicht desto trotz blieb der Eindruck hängen, das jede Leserin und jeder Leser bis dato nicht besonders viel verpasst hatte. (Anmerkung an dieser Stelle: Anscheinend, wird in jedem Roman der Reihe breit und ausführlich erklärt wie Vampire entstanden sind und so weiter und so fort. Hier drängt sich mir sehr schnell die Frage auf, ob dies denn wirklich notwendig sei. Es ist zwar angenehm, dass jeder Roman einzeln gelesen werden kann, aber letztendlich sind alle Bücher teil von mindesten einem Zyklus.)- Schade eigentlich, da dieser Roman sprachlich durchaus nicht von schlechten Eltern zu sein scheint. Auch die deutsche Übersetzung überzeugte durchaus beim ersten Lesen.

Die Geschichte um Bastien Argeneau und Terri ist liebevoll und detailreich geschildert. Sie sprüht vor Charm und Humor, ohne dabei Platt zu wirken, wie dies vielleicht auf den ersten Blick vermutet werden könnte: So klingt der Plot auf wenige Sätze begrenzt doch eher Mager – Bastiens Bruder heiratet seine Lebensgefährtin und Terri reist als deren Brautjungfer an. Da sie bei Bastien im Penthouse von Argeneau Enterprises untergebracht wird verbringen sie und Bastien natürlich viel Zeit und so bleibt es nicht aus, dass sich die beiden nach und nach ineinander verlieben. Einziges „Problem“ bei der Sache – Bastien ist ein Vampir, oder wie sie sich lieber selbst nennen ein Unsterblicher, wie auch der Rest seiner weitläufigen und großen Familie. Kann es mit solch einem Hintergrund überhaupt ein Happy End geben? Kann Terri damit umgehen, das Bastien „ein seelenloser Blutsauger“ ist? Und wird in den zwei Wochen bis zur Hochzeit von Kate und Lucern alles glatt laufen?
Dem neugieren Menschen sei natürlich schon einmal vorweg gesagt, nein es wird natürlich nicht alles glatt laufen, sonst wäre es ja auch äußerst langweilig und nur ein einfacher Liebesroman mit wenig Pepp.

Als Zielgruppe lässt sich sicherlich relativ schnell junge Erwachsene identifizieren (mit besonderer Präferenz auf Frauen)! Weit gefehlt in meinen Augen, da nicht viel in die Kategorie junge Erwachsene fällt innerhalb des Romanes fällt. So versteht es Frau Sands gekonnt, besondere Momente der intimen Zweisamkeit plastisch vor dem geistigen Auge zu visualisieren ohne dabei in eine billige Klatsche zu verfallen. Ja die Protagonisten können dort sehr intensiv ihre intime Zweisamkeit auf Kosten des Lesers erleben, ohne sich hinter Anspielungen zu verstecken und nein, es liest sich nicht wie ein Porno-Roman. Ein Umstand, den ich Lynsay Sands äußerst zu Gute kommen lasse. Scheinen sich doch viele Autoren und Autorinen gerade was diese Facetten von Geschichten angeht entweder zu zieren oder schlicht und ergreifend nicht in der Lage zu sein die Szenen nicht wie einen billigen Abklatsch aus dem nächsten Hinterhofporno klingen zu lassen.

Alles in allem kann man sagen, dass Lynsay Sands hier sicherlich kein Buch der Kategorie Meisterwerk und Weltbewegend zu Papier gebracht hat, doch sie schafft es gekonnt die Emotionen zwischen den verschiedenen Protagonisten knisternd auf die Seiten zu bannen. Diese alles andere als einfach Sache kommt hier noch gepackt in eine witzige und spannende Geschichte, so dass man sicherlich die eine oder andere Stunde beim entspannten Genuss (oder vielleicht doch eine Nacht am Stück weil das Buch so fesselnd ist) verbringen. Der Roman und die Welt der Argeneaus ist einfach rund. Nicht perfekt, hier und da auch mit kleinen Inkonsistenzen versehen, die allerdings nicht weiter auffallen. Aus diesen Gründen gute vier von fünf Punkten

ursprünglich veröffentlicht am 29.07.2013 auf goodreads.com

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Veröffentlicht in Buchrezension, Literatur

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