Nachgang zur BTW13

Liebe Freunde,

eine wirklich kurze Nacht voll von Gedanken und Überlegungen liegt hinter mir im Nachgang zum gestrigen Wahlsonntag. Haben wir als Volk, das sich in der Selbstbetrachtung als demokratisch betrachtet, versagt bei einem solchen Wahlausgang? Nein, ich denke nicht. Nicht einmal im Ansatz, denn 44.289.652 Bürgerinnen und Bürger haben gestern mit Ihrer Erst- und auch mit der Zweitstimme den politischen Diskurs für die folgenden vier Jahre bestimmt. Das alleine sollte als positiv aufgefasst werden, denn es sind 44.289.652 Bürger der 61.903.903 wahlberechtigten Bürger – entsprechen tut dies einer Wahlbeteiligung von rund 71,5% – die ihre politischen Bürgerrechte und -pflichten in Anspruch genommen haben. 44.289.652 Personen die jedenfalls auf dem Papier eine politische Meinung besitzen. Diese Menschen haben entschieden wie es weitergehen soll. Wer wieder in den Bundestag einziehen darf oder wer auch nicht mehr einziehen darf.
Viele Nicht-CDU-Wählen mögen jetzt sicherlich enttäuscht sein nach den gestrigen Ergebnissen, vergessen dabei allerdings das wichtigste: es war eine wirklich demokratische Wahl. Dies heißt nicht, dass das Ergebnis unbedingt die Meinung und den Wunsch der gesammten Bevölkerung ausdrückt! Es heißt, dass die Wähler mehrheitlich in der Zweitstimme für eine CDU-Politik gewählt haben oder vielleicht auch einfach „nur“ Frau Merkel gerne weiterhin auf dem Posten der Bundeskanzlerin sehen möchten. Dies ist legitim und ich betone diesen Umstand gerne, auch wenn mir dabei das Piraten-Herz blutet und schmerzt. Die Mehrheit der Wähler hat sich für die CDU entschieden. So ist dies nun mal. Alle nicht-CDU-Wähler können so viel hadern wie sie möchten, es wird jedenfalls nichts vorerst verändern. Es ist dabei auch irrelevant sich den Kopf zu zermatern wie viele der Wähler Gewohnheitswähler waren die seit zig Jahren die selbe politische Ausprägung wählen! Auch sollten WIR – ja ich verwende hier ein kollektives wir – uns nicht grämen, dass vielleicht die Partei(seien es jetzt die Piraten, die Linke, die SPD, die Grünen die AfD oder wie sie nicht alle heißen), für die unser politisches Herz schlägt vermeintlich zu wenige Stimmen abbekommen hat.

Jede Facette des politischen Coleurs hat auch gestern wieder einmal die Chance erhalten als außerparlamentarische Opposition die Bundespolitik zu beeinflußen. Wir müssen uns aber auch bewusst werden, dass eine unglaubliche Politikverdrossenheit in unserer Bevölkerung existiert: viel zu lange existieren schon die Vermutungen und Gefühle ist, dass die Meinung eines jeden Einzelnen nicht von Relevanz ist und ein einzelner in der Politik nichts ausrichten kann. Liebe Freunde dies ist ein Trugschluss! Natürlich ist der Aktionsradius eines einzelnen Menschen in der Politik stark beschränkt, aber wir sind viele. Wenn sich viele Menschen auf einen Kurs einigen können ist deren politische Macht ein gefährliches Instrument. Denn schon 422.857 Menschen haben bei der gestrigen Wahl ein ganzes Prozent bei den Zweitstimmen aus gemacht! Es ist nicht einmal eine halbe Million von 61.903.903 wahlberechtigten Bürgern!
Was wir wirklich brauchen um Menschen wieder zu motivieren an einer Wahl teil zu nehmen ist, dass wir Menschen wieder das Gefühl geben, dass uns ihre Probleme interessieren. Dabei ist es irrelevant ob unsere Mitbürger wahlberechtigt sind oder nicht: außnahmslos jeder Mensch der in der Bundesrepublik lebt hat das Recht, dass sich jemand seine Probleme anhört und zur Kenntnis nimmt. Ich frage Euch: warum sieht man nur noch so wenige Politiker und Parteimitarbeiter auf der Straße? Warum bieten wir immer noch so wenige politische Diskussionsplattformen an. WIR, und damit meine ich sämtliche Parteimitglieder aller Parteien in der Bundesrepublik, hören nicht mehr oder nur noch sehr wenig zu, was der Bürger eigentlich möchte! WIR sind blind geworden! WIR denken und gehen davon aus, das es zum Wohle aller ist! – Das ist inakzeptabel. Es ist verachtend! WIR müssen einfach lernen zu zuhören. Wir müssen verstehen wo die wirklichen Probleme in unserem Land und in der Welt sind. WIR müssen MIT den Bürgern Konzepte entwickeln für einen Staat in dem wir leben wollen.

Liebe Freunde, ich hoffe wirklich, dass nach diesen Worten vielleicht der ein oder andere sich seine Gedanken macht über das was ich angesprochen habe. Vielleicht überdenkt der ein oder andere auch noch einmal seine Position zu der gestrigen Wahl. Was ich mir für die Zukunft wünsche? Ich wünsche mir ein politisches Miteinander, einen Staat in dem ein jeder und eine jede sich verstanden fühlt in politischen Dingen, einen Staat der die Probleme der eigenen Bevölkerung ernst nimmt und gewillt ist diese zu Bearbeiten

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Veröffentlicht in Politik

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